Liebe und andere Kleinigkeiten… :-) (06.05.2003)

Im Folgenden ein e-Mail, das ich vor zehn Jahren an einen Freund geschrieben habe. Den Inhalt finde ich nach wie vor interessant und für mich selbst auch gültig:

Nun melde ich mich endlich, nach langer Zeit. Die letzten zwei Wochen waren die Hölle, nicht nur wegen dem Schulstress, sondern auch wegen meiner Seele. Ja, ich erlebte seelische Umnachtung. Ich verstrickte mich in Fragen nach dem freien Willen, der Kausalität und der gleichen. Zeitweise habe ich dann in solch dünner intellektueller Luft gelebt, dass ich fast daran erstickt wäre. Ich sende dir zwei Fachzeitschriftartikel, die mich besonders besorgt haben. Wegner ist einer der grossen Verfechter, dass unser freie Wille nur eine Illusion ist, ein guter und nützlicher Trick unseres Nervensystems. Nahmias schrieb eine Antwort auf das Buch, das Wegner verfasst hat (was vermutlich nicht viel anderes enthält als den Artikel, den ich der angehängt habe). Ich fand noch zahlreiche andere solcher Artikel und es wird spekuliert, dass wir, nachdem wir nicht mehr das Zentrum des Universums sind, nicht mehr Krone der Schöpfung sind und zum grossen Teil von einem Unterbewusstsein beeinflusst werden, nun auch noch unseren freien Willen verlieren sollen.

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Live-Situationen

Einer meiner ersten Texte, die ich auf dem Computer schön säuberlich abgelegt habe, handelt von sogenannten Live-Situationen. Das ist ein Wort, das mir von Michael am 29. August 1998 entgegen getragen worden ist. Das Wort «live» heisst im Musikbusiness, dem er selbst ja angehört, auf der Bühne sein, vor vielen Menschen Musik zu machen, ohne dass man die Sicherheit eines Playbacks hätte. Jeder hat in seinem Leben schon solche Auftritte gehabt, wenn nicht als Musiker, dann als Primarschüler in einem Krippenspiel oder etwas ähnlichem. Ich hatte einmal einen richtigen Live-Auftritt bei der Neueinweihung der Aula der Musikschule. Dann noch einen kleinen im Tennisclub. Ebenso spielte ich hin und wieder an Geburtstagen auf dem Keyboard des Alleinunterhalters, einmal holten wir sogar noch meine Gitarre von zuhause, wo ich dann mit dem Alleinunterhalter zusammen Blues gespielt habe. Ja, ich hatte schon ein paar solcher Erlebnisse.

Einem weiteren Erlebnis, dass ich im Sommer 2002 hatte, als ich einen Monat in der Schweiz verweilte, möchte ich hier ein bisschen ausführlicher niederschreiben, im Bewusstsein, dass ich damit vom roten Faden abweiche, denn ich wollte ja hier etwas über Live-Situationen schreiben, was ich auch weiter tun werde, doch ich kann es nicht tun, ohne dass ich Zeugnis von diesem speziellen Erlebnis abgelegt habe.

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Über das Schreiben …

Der Cursor blinkt, wartet, unerbittlich. Die Freiheit, die beklemmende Freiheit eines neuen Dokuments, eines leeren Blattes. Alles, was gerade noch hätte gesagt sein sollen, löst sich in Luft auf, gleitet aus der Hand. Es gibt kein Entrinnen, ich bin auf mich selbst zurückgeworfen.

(verfasst am 3. Juni 2012)

Ein Anfang …

Diese Website ist noch im Aufbau – wobei: eine Website dieser Art ist immer im Aufbau. Es ist alles immer im Aufbau. Oder auch Abbau. Oder Umbau. Je nach Perspektive. Ich freue mich auf den Prozess, auf das, was sich hier entfaltet, entwickelt.

Das ist mein erster Beitrag. «Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne», heisst es doch bei Hesse. Wenn man in Kategorien denkt, z.B. die Kategorie “Beitrag auf meiner Website”, dann gibt es ein erstes Mal. Danach gibt es in dieser Kategorie kein erstes Mal mehr. Ausserhalb von abstrakten Kategorien ist jeder Augenblick wieder ein erstes Mal, ein Anfang, ein Ende, alles in einem. Den Blick dafür zu schärfen, darum geht es in der Achtsamkeit, darum soll es auch auf dieser Website gehen…